Über diese Frage durften wir uns auf Einladung der GIMA eG mit Eigentümer:innen aus dem Rhein-Main-Gebiet austauschen. Mit Eigentum geht Verantwortung einher. Und für viele Hauseigentümer:innen kommt irgendwann der Punkt, an dem sie sich über die weitere Zukunft ihrer Immobile Gedanken machen, gerade und vor allem, wenn sie nicht vererben können oder wollen.
Die GIMA eG ist eine genossenschaftliche Immobilienagentur aus Frankfurt. Sie vermittelt zwischen Hauseigentümer:innen, die eine soziale Lösung für ihre Wohnimmobilie suchen und Genossenschaften sowie anderen gemeinwohlorientierten Organisationen, die Häuser kaufen.
Den Beginn der Veranstaltung machte nach einer Einführung durch Robin Mohr (GIMA eG) Karen Lehmann von der Stiftung Trias. Die Stiftung Trias ist eine Bürgerstiftung, die sich der Förderung von Ökologie, gemeinschaftlichem Wohnen und dabei vor allem dem Thema Boden verschrieben hat. Sie erwirbt Grundstücke, um sie einer gemeinwohlorientierten Nutzung zuzuführen, meistens über eine Vergabe im Erbbaurecht. Die Stiftung investiert auch in Wissenstransfer und Bildungsarbeit und mischt sich in gesellschaftspolitische Dialoge ein, um nachhaltiges und gemeinwohlorientiertes Bauen und Wohnen zu fördern. Die Stiftung Trias ist also vorrangig an Grund und Boden interessiert, verfügt jedoch auch über Immobilien.

Auch wir durften unser Konzept vorstellen: zwar sind wir im Vergleich zur lange etablierten Stiftung Trias noch ein kleiner Fisch, haben aber nicht minder ambitionierte Ziele. Die Arbeit der DachGeno eG hat zwei Säulen. Einerseits entwickeln wir zusammen mit Wohnprojektgruppen gemeinschaftliche Wohnformen; andererseits erwerben wir bewohnte Mietshäuser. In jedem Fall sind uns eine bezahlbare, das heißt unter Mietspiegelniveau liegende Miete wichtig, sowie langfristige wirtschaftliche Stabilität und genossenschaftliche Mitbestimmung. Als Mitglied der GIMA eG profitieren wir von Immobilienangeboten, die über die GIMA eG vermittelt werden.
Im anschließenden Austausch wurde einmal mehr deutlich, dass viele Eigentümer:innen sich eine Lösung für ihr Haus wünschen, die die Hausgemeinschaft, die Mieter:innen und die Geschichte des Hauses mitbedenkt. Auch legen viele Wert auf eine langfristige Garantie, dass die Immobilie nicht doch wieder renditeorientiert verkauft wird. Die können sowohl Stiftung Trias als auch DachGeno geben, satzungsgemäß. Die Satzung der DachGeno lässt sich hier herunter laden.
Auch Nießbrauch und lebenslanges Wohnrecht sind von den anwesenden Eigentümer:innen angesprochen worden. Als Wohnungsgenossenschaft sichert die DachGeno allen ihren Mieter:innen lebenslanges Wohnrecht zu – Eigenbedarfskündigungen sind per se ausgeschlossen. Weitere Rechte und individuelle Modelle für einen Hausverkauf an die DachGeno können immer gerne angesprochen werden.
Ob die DachGeno auch Eigentumswohnungen erwerben würde, kann hingegen nicht so pauschal beantwortet werden. Während wir uns über jeden Quadratmeter Wohnraum freuen, der in eine gemeinwohlorientierte Rechtsform überführt wird, gehen mit der Zugehörigkeit zu einer Wohneigentumsgemeinschaft ganz besondere Herausforderungen und ein eingeschränkter Gestaltungspielraum einher, der uns in der Erreichung unserer Ziele behindern könnte. Aber, jeder Fall ist anders, prüfen werden wir ein solches Angebot selbstverständlich trotzdem.
Die DachGeno ist gerade dabei, ihr erstes Projekt zu realisieren: die Revitalisierung eines leerstehenden Wohnhauses in Frankfurt Bornheim/Ostend, für das wir im Rahmen eines Konzeptverfahrens von der Stadt Frankfurt ausgewählt worden sind. Jedoch verstehen wir uns ganz explizit als Dachgenossenschaft, die wachsen möchte. Mit dem ersten Projekt haben wir nicht aufgehört, Ausschau nach weiteren Häusern zu halten, die wir in die sozialökologische Zukunft bringen können.
Wer Fragen hat oder ein Angebot unterbreiten möchte, kann sich gerne über wohnen@dachgeno.de melden – wir freuen uns!
