Wir sind FLUR403, die erste Wohngruppe, die mithilfe der ^DachGeno ein gemeinschaftliches Wohnprojekt in Frankfurt realisieren wird. Wir sind eine bunt gemischte Gruppe von derzeit zehn Erwachsenen und zwei Kindern zwischen vier und über 60 Jahren. Einige von uns leben schon immer in Frankfurt, andere haben Teile ihres Lebens anderswo auf der Welt verbracht. Viele von uns arbeiten im Bildungs-, Sozial- und Erziehungsbereich, manche sind selbstständig, im öffentlichen Dienst oder gehen bereits auf die Rente zu. Wir sind politisch engagiert und ehrenamtlich aktiv, weil wir die Welt, in der wir leben, demokratisch und solidarisch mitgestalten wollen.

Was uns verbindet, ist der Wunsch nach gemeinschaftlichem Wohnen und dauerhauft bezahlbaren Mieten. Wir freuen uns daher sehr über den Zuschlag für die Wittelsbacherallee 89, den die ^DachGeno gemeinsam mit uns im Rahmen des Reprivatisierungsverfahrens von der Stadt erhalten hat. Die Stadt muss Immobilien, die sie auf Grundlage von Milieuschutzsatzungen erworben hat, wieder verkaufen. Durch den Zuschlag an unsere Genossenschaft sendet sie ein starkes Signal für Gemeinwohlorientierung auf dem Wohnungsmarkt. Nun liegt es an uns zu zeigen, dass wir es besser können als nur an Rendite interessierte Investoren.
Wir wollen das Haus, das schon ein wenig in die Jahre gekommen ist, energetisch sanieren und vollständig modernisieren. Dabei streben wir möglichst kostengünstige und zugleich ökologisch nachhaltige Low-Tech-Lösungen wie z.B. Infrarotheizungen an, die den Energieverbrauch und die Nebenkosten niedrig halten. Auf fossile Energieträger werden wir ganz verzichten und setzen stattdessen auf Photovoltaik. Die Zugänge zu den Wohnungen sollen so barrierearm wie möglich gestaltet werden, etwa durch einen Außenaufzug, damit wir auch im fortgeschrittenen Alter noch gemeinschaftlich in unserem Wohnprojekt leben können.
Die Wohnformen, die wir uns dabei vorstellen, reichen von klassischen Einzel- oder Familienwohnungen mit Zugang zu Gemeinschaftsflächen bis zu Wohngemeinschaften mit geteilten Küchen und Bädern. Im Dachgeschoss wollen wir einen großen Gemeinschaftsraum, im Keller eine gemeinsame Waschküche und im Hof einen Gemeinschaftsgarten einrichten. Dadurch möchten wir eine gute Balance aus gemeinschaftlich genutzten Flächen und privaten Räumen erreichen. Welche Vorstellungen sich letztlich realisieren lassen, hängt auch davon ab, welche Umbaumaßnahmen sich im Rahmen des Milieuschutzes als genehmigungsfähig herausstellen.
Der Gemeinschaftsraum ermöglicht gemeinsames Kochen, Essen und Feiern. Die Kinder können ihn zum Spielen und Toben nutzen, die Erwachsenen für soziale und kulturelle Veranstaltungen, die sich auch für die Nachbarschaft öffnen. Auch das wöchentliche Plenum, auf dem wir das Zusammenleben betreffende Fragen diskutieren und Entscheidungen treffen, findet hier statt. Ein kleines Büro für die demokratische Selbstverwaltung unseres Wohnprojekts wird ebenfalls eingerichtet. Alle Mitglieder des Projekts bringen sich gleichberechtigt und freiwillig nach ihren jeweiligen Fähigkeiten und Bedürfnissen in die Gruppenprozesse und Arbeitsstrukturen ein.
Damit dieses Vorhaben gelingt, setzen wir der Investitionskraft des Immobilienkapitals die Solidarität der Vielen entgegen. Durch die fachliche Expertise der ^DachGeno sowie die finanzielle Unterstützung vieler Einzelner können wir dieses Haus (und hoffentlich noch viele weitere) langfristig für genossenschaftliches und bezahlbares Wohnen sichern. Wie ihr FLUR403 mithilfe von Direktkrediten (Nachrangdarlehen) unterstützen könnt, die von Banken als Eigenkapital akzeptiert werden, erfahrt ihr auf dieser Seite.

